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Seligenthal

Zur Geschichte von Seligenthal

Der Ortsname Seligenthal kommt nicht von Seligkeit, sondern es ist eine Ableitung von dem Wasserlauf der Silge = die Silge entsteht durch den Zusammenfluss mehrerer Quellen =

Ein Teil des Silgetals wird eingesäumt von den Felsen der Tamburg und der Falkenburg.
Seligenthal ist umgeben von einer schönen und abwechslungsreichen Natur am Südwesthang des Thüringer Waldes – Nahe des Rennsteiges, dem Kammweg des Thüringer Waldes.
Die Stille der Natur, die Schönheit des Waldes, hervorgerufen durch die verschwenderische Pracht zwischen Fichten, Tannen, Buchen und Birken, geben Naturfreunden Gelegenheit sich vom Alltag zu erholen. Erholung pur, für alle die Besinnlichkeit, stille Ruheplätze in malerisch gelegenen Waldwinkeln und auf blumigen Waldwiesen suchen.

Die erste urkundliche Erwähnung Seligenthals stammt vom 16.Oktober 1320.

Bedingt durch die damaligen Gegebenheiten entstand oberhalb der Trinkwasserquelle im Talgrund und unterhalb von Atzerode eine Siedlung, genannt „ Hof“, deren Bewohner überwiegend Bergleute und Eisenschmelzer waren. Der fruchtbare Sandboden auf der Hofliede und dem kleinen Tal zum Paradies brachte gute Ernten ein.
Auch in Seligenthal hinterließ der Dreißigjährige Krieg seine Spuren. Die Bevölkerung war geschrumpft und ausgehungert. Der Bergbau und das Handwerk lagen am Boden, Fluren waren arg verwüstet. Die Fürsten nutzten dies aus und vermehrten ihre Macht.

Etwa 50 Jahre später wurden durch die Menschen immer mehr Energiequellen, wie Wasser-, die Tier- und Windkraft, genutzt, dies auch in unserem Ort. Durch die Entwicklung kam es zum Aufschwung im Bergbau, der Eisenindustrie und im Handwerk. Die Handwerker und Familienbetriebe erlangten durch ihr Können, ihr Wissen und ihren Fleiß einen gewissen Wohlstand.



Es entwickelten sich folgende Branchen:
Eisenerz am Stahlberg und am Hundsrück, Kupfer am Kölkle, Kohle (Versuch) Gänseecke,
Kalkbrennerei, Draht- und Zainhammer, Huf- und Wagenschmiede, Bergschmiede, Ring- und Trensenschmiede, Sprengler und Glockenbauer, Klempner, Büchsenschlosser, Steinverarbeitung, Sandsteinbruch am Tennelberg, Hartsteinbruch am Hundsrück, Steinmetz, Maler und Tüncher,
Land- und Forstbetriebe, Sägewerke, Zimmerer, Schreiner, Drechsler, Stellmacher, Böttcher und Küfer und Wagner, Orgelbauer, Schuhmacher und Taschner.

Die hohe Arbeitslosigkeit, bedingt durch die technische Revolution, trug zu einer hohen Auswanderungsquote nach Amerika bei.
Das Kaiserreich zerfiel und es kam zur Bildung der Weimarer Republik. Während dieser Epoche gingen weitere Betriebe kaputt und Armut und Elend nahmen zu.
Dieser verhängnisvolle Zustand trug zur Machtübernahme des Faschismus bei. Mit der bedingungslosen Kapitulation des Hitlerregimes am 09.Mai 1945 wurde dem sinnlosen Blutvergießen ein Ende gesetzt.

Unter Zwang des SED Regimes wurden Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) gebildet. Mit dieser Maßnahme wurde die enge Bindung der Familien mit ihrer seit Generationen betriebenen Feld- und Viehwirtschaft unterbrochen.
Das Aussehen des Ortes veränderte sich, Stallungen verschwanden und die damit verbundene Viehhaltung.
In den 50 er Jahren entstanden die Wohngebiete am Sportplatz und im Kullbach. Die Wohnblocks entstanden mit Hilfe der AWG..


Durch die Konsumgenossenschaft und viele freiwillige Arbeitseinsätze der Mitglieder wurde das Landwarenhaus gebaut. Hiermit wurde ein großer Teil der Wohnungsnot abgebaut und die Versorgung der Bevölkerung konnte besser mit Lebensmitteln versorgt werden.
Ende der 70ger Jahre wurde der Kindergarten gebaut und um diese Zeit entstand auch langsam das Bungalowgebiet „Am Hundsrück“.

Endlich am 09.November 1989, in unserer Kirche fand gerade ein Friedensgebet statt, wurden die Grenzen zum Westen geöffnet. Wir waren wieder ein Deutschland.

Persönlichkeiten und Wissenswertes
August Weber, Sohn des Dorfschullehrers, hatte sich vorgenommen, die Elektrizität in Seligenthal einzuführen. Nach einem Brand der Mühle im Jahr 1895 hat August Weber das Gebäude als Elektro-Centrale und Gasthof aufgebaut. Am 20. November 1897 war es erreicht, 150 Wohnhäuser und 12 Werkstätten konnten mit Elektroenergie versorgt werden. Es war das erste Elektrokraftwerk im Kreis Schmalkalden, Regierungsbezirk Kassel, welches Strom zum Nutzen für die Bevölkerung erzeugte.
Der Strom erwies sich als spürbare Hilfe und Erleichterung für den Menschen.
Leider reichten die Erlöse der Stromgewinnung nicht aus, um die Anschaffungskosten und deren Verzinsung zu decken, der finanzielle Ruin war vorhersehbar.




Familie Bittorf, Generationen der Familie beschäftigten sich mit dem Herstellen
von Kirchenglocken. Balthosar Bittorf hat mit seinem Sohn z.B. die Elf-Uhr bzw. die Sechs-Uhrglocke der Stadtkirche gegossen. Aus der gleichen Familie sind Jacob, Johannes, Wilhelm und Heinrich Bittorf als Glockengießer bekannt. Außer im Kreis Schmalkalden wurden Glocken in die Kreise Meiningen und Schleusingen geliefert. Die Glockengießerei wurde in Seligenthal bis Anfang der 90´er Jahre des vorherigen Jahrhunderts betrieben. Die kleine Glockengießerei konnte sich unter den großen Glockengießereien wirtschaftlich nicht mehr behaupten.

Orgelbauerfamilie Peternell
Die Werkstätte der Orgelbauer befand sich in der Gothaer Straße 43. Die letzte Orgel wurde 1901 mit 32 Registern gebaut und nach Worpswede bei Bremen geliefert. Es wurden Orgeln in die Rhön (Dermbach), nach Thüringen und Hessen geliefert.
In unserer Kirche befindet sich ebenfalls eine Peternell-Orgel. Sie wurde 1883 eingebaut und diente dem Orgelbauer als Muster- oder Vorspielorgel bei Kundenbesuchen. Zum Gedenken den letzten Orgelbauer wurde unweit der Kirche der „Peternellpark“ angelegt.



Kirche zu Seligenthal
1687 bis 1698 wurde unter der Leitung des Oberförsters Michel Kehr und unter der Bauleitung von Hans Scheuber aus Seligenthal und C. Nick aus Tirol eine neue Kirche erbaut. Die Kirche war schlicht eingerichtet und es fehlte noch der Turm.
Aus der alten Steinkirche wurden die kleine Orgel, eine kleine Glocke sowie der Opferstock, welcher neben dem Hauptportal steht, übernommen. 1720 wurde der Turm mit einem Glockenstuhl für drei Glocken und einer Uhr gebaut und das Strohdach um gedeckt. 1750 erfolgten grundlegende Renovierungsarbeiten. Dabei wurden die Emporen zu ihrer heutigen Gestalt vergrößert, die Kanzel in die Mitte gerückt und der Altarraum erhöht. Die Säulen wurden verkleidet und bunt bemalt.
Der Maler und Ratsherr Valentin Merkel hat 21 Bilder zum Neuen Testament für den Kirchenhimmel auf Leinwand gemalt.
Die Aufhängung der Bilder dürfte einzigartig sein. Die Bilder von zum Teil 10 m² Größe wurden mit cirka 3600 handgeschmiedeten Nägeln am Tonnengewölbe befestigt.
Zuletzt sind die Emporen mit 42 Bildern zu testamentarischen Erzählungen versehen worden. Einen Orgelprospekt aus Schmalkalden hat man eingebaut.
Nach der Renovierung war die Kirche sehr farbenprächtig, vor allem mit viel Gold verziert.
1873 hat man die Kirche erneut grundlegend restauriert. Leider hat man damals viel verdorben, es wurde einfach überstrichen, sogar die feinen Schnitzereien an der Kanzel verschwanden. Anlass der Restaurierung war der Einbau einer neuen Orgel, die in Seligenthal von der berühmten Orgelbaufirma Peternell gefertigt wurde.
Der Altar war ursprünglich mit Tüchern verhangen. Als 1933 die reformierten und lutherischen Gemeindeteile zur „evangelischen“ Kirchengemeinde zusammen geschlossen wurden, wurde er aufgedeckt und die Gestalt des Tisches wurde sichtbar, um den sich die Gemeinde sammelte.
1966 wurde die Kirche zum nächsten Mal restauriert, man versuchte die originalen Farben wieder zur Geltung kommen zu lassen. Die Farben der Bilder wurden aufgefrischt. Die Bilder von Luther und Melanchthon wurden aus dem Altarraum an die beiden Treppenaufgänge gehängt.
In der Nordwestecke der Kirche befinden sich die Grabsteine des Oberförsters Michel Kehr und von Magdalena Kehr. Beide Steine sowie der Taufstein im Chorraum sind gute Barockarbeiten.
In den letzten Jahren musste eine weitere Restaurierung erfolgen. Der Rostfraß hatte die Deckenbilder sehr beschädigt. Die meisten Bilder konnten in Abstimmung mit dem Denkmalamt, zwecks Klimamessung und Suche nach einer alternativen Lösung zur Aufhängung der Bilder, restauriert werden. Die Notsicherung und Restaurierung pro Bild beläuft sich auf 18.000 €. Diese Finanzierung erfolgte über Mittel der Denkmalpflege, der Kirche Kurhessen-Waldeck, der politischen Gemeinde und Spenden der Bevölkerung.


(Grundlage o.g. Aufzeichnungen bildet die Festschrift 675 Jahre Seligenthal - damaliger Ortschronist Hugo Schreiber)


Weltmeister aus Seligenthal

Gerhard Grimmer – Skilanglauf 1966 bis 1976

2 x Silber und 1 x Bronze bei den Weltmeisterschaften in Strebske Pleso
1970 und 1971 Sieger am Holmenkollen über 50 km
2-facher Weltmeister und Vizeweltmeister in Falun
5. Platz über 50 km bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck
21 DDR-Meistertitel

Frank Luck – Biathlon

Frank Luck gewann in seiner 17-jährigen Laufbahn

bei Olympia 2 x Gold und 3 x Silber
bei Weltmeisterschaften 11 x Gold, 5 x Silber, 4 x Bronze

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