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Floh

Zur Geschichte von Floh im Thüringer Wald

Die Geschichte des Ortes ist immer mit der Entwicklung von der Stadt und Herrschaft Schmalkalden verknüpft. Nach dem Untergang des Thür. Reiches erfolgte die Besiedelung unseres Gebietes durch die siegreichen Franken. Vom Main her siedelten die Franken zunächst am Rande des Gebirges, was Siedlungen wie Schmalkalden entstehen lies, um dann allmählich in die waldreichen Täler bis zum Gebirgskamm vorzudringen.

In einem hennebergischen Urbar (Besitzverzeichnis) wird 1340 unser Ort erstmals urkundlich erwähnt. 1360 kauft Henneberg seinen Besitz zurück, der durch Erbschaft an die Burggrafen von Nürnberg gefallen war. Aus Geldmangel der Henneberger wurde Hessen Mitbesitzer, es entstand eine Doppelherrschaft in Schmalkalden und den umliegenden Ortschaften, die bis 1583 währte.

1588 wird Floh, durch landgräfliche Verordnung „wegen ihrer Landfuhren eine Hufschmiede vergönnt“. Dies erfolgte entgegen dem Verbot des Betreibens von Handwerk auf den Dörfern.

Was bedeutet nun der Name Floh mit seinen verschiedenen Schreibweisen.
Eine eindeutige Erklärung hierzu ist bis heute nicht gefunden worden. Auf Grund des vorherrschenden Eisenhandwerks in unserem Ort wäre eine Ableitung aus dem lateinischen „flo“ was in Verbindung mit Metallen „schmelzen, gießen, prägen“ bedeutet, durchaus wahrscheinlich. Eine Bergordnung von 1474 belegt eine rege Bergbautätigkeit in unserem Gebiet. Neben den Gruben am Stahlberg gab es
4 Gruben im Flöher Feld, davon einen Schacht am Bornberg 22 Clafter tief.

Im hessischen Flur-, Grundbuch von 1588 werden in Floh 7 zinspflichtige Erbgüter,
1 freies Hoferbe, 1 Klostergut, 1 Stahlhammer, 2 Eisenhämmer Schmelzen,
1 Zainhammer, 1 Mahlmühle und 2 Ölmühlen erwähnt.

In einer 1589 gezeichneten Karte der Herrschaft Schmalkalden erscheint Floh mit einer Kirche eingezeichnet, vermutlich eine kleine Kapelle oder Holzkirche, 1598 wird über den Bau einer Kirche berichtet, die bis 1712 bestand und nach dem Bau der jetzigen Steinkirche abgerissen wurde.
Ebenfalls wird 1593 schon von einem Friedhof berichtet.

1537 passiert Martin Luther auf seiner Reise zum Konvent nach Schmalkalden Floh, denn die Heerstraße über den Nesselhof nach Gotha führte durch unseren Ort (alte Gothaer Straße). Die Lage an dieser Straße brachte wirtschaftliche Vorteile, wie auch große Belastungen in Kriegszeiten.



Zu den enormen Kosten des 30 jährigen Krieges kamen die Plünderungen und Brandschatzungen der durchziehenden Truppen. So wurde z.B. am 5. Januar 1640 Floh, Weidebrunn, Brotterode und Mittelschmalkalden durch schwedische Reiter geplündert und in Brand gesteckt. Die Bedeutung des Eisenhandwerks von Floh zeigt auch im 30- jährigen Krieg das Gießen von Granatkugeln im Ort.

1656 wurde am Floher Berg, gegen den Widerstand sämtlicher Gewerke von Schmalkalden, durch Hofrat Happel ein Stahlhammer angelegt. Seine Söhne erweiterten diesen 1669 um eine Schmelzhütte.
1671 wurde durch Landgräfin Hedwig Sophie in Floh eine reformierte Pfarrstelle eingerichtet, verbunden war damit die Erteilung der Braugerechtigkeit (Brauerlaubnis) für die reformierten Einwohner.

1680 erhielt der Bergschreiber (Bergvogt) Kleyensteuber das Recht eine Herberge auf seine Kosten zu errichten, diese Schenke und Herberge ist mit wechselnden Besitzern im Gasthaus Höhnberg heute noch in Floh erhalten.





1709 erst erhielten die lutherischen Einwohner das Braurecht, allerdings mit höheren Konditionen. Verbunden mit dem Braurecht war auch der Bau eines Pfarrhauses und Brauhauses durch die Gemeinde Floh.
Dem sich entwickelnden Dorf wurde mit dem Bau einer neuen Kirche aus Stein von 1710 bis 1712 Rechnung getragen. Als ref. Kirche war sie innen wie außen schlicht gehalten und wurde erst 1743 bunt ausgemalt, so wie es heute noch zu sehen ist.

Über die Verhältnisse in Floh berichtet eine Vorbeschreibung der Dorfschaft Flohe folgendes: die Häuser sind der geringste Teil gut und dauerhaft, der größte Teil alt und baufällig….
Der Ort hat 819 Einwohner. Unter diesen Einwohnern waren
4 Metzger, 3 Wagner, 3 Hufschmiede, 1 Ketten-, 2 Nagel-, 2 Zweckschmiede, 1 Fremberger Schlosser, 1 Büchsenschlosser, 6 Zimmerleute, 5 Schreibner, 3 Büttner, 8 Maurer, 1 Bäcker, 4 Schneider, 1 Leinweber, 1 Schuhflicker,1 Pottaschensieder,
2 Branntweinbrenner, 2 Krämer, 1 Gastwirt, 1 Weinschenker, 1 Gerätträger (fliegender Händler), 18 Fuhrleute, 6 Köhler, 13 Weibspersonen in Tagelohn,
1 Braumeister, 1 Brauknecht. 2 Pachtmüller, 14 Ackerleute. Im Ort sind eine Papiermühle, 3 Mahlmühlen, 1 Schneidmühle, 3 Stahlhämmer, der Happelische Stahlhammer mit Blas- und Schmelzhütte.

1788/89 wird eine Orgel mit 26 Registern in der Kirche eingebaut.
Von einem 1. Schulhausbau erfahren wir aus dem Jahr 1723, es ist dies das spätere Kantorat, vielleicht auf den Grundmauern der Kirche von 1598.
1807 wird unter napoleonischer Herrschaft Floh Kantonsort.
1822 ein Großfeuer im Unterdorf, 20 Häuser werden Opfer der Flammen.
1825 beginnen die Vorbereitungen für den Bau der Landstraßen (Tambacher- und Bahnhofstraße).
1865 Ankauf eines Gebäudes für die Einrichtung einer Mädchenschule (heute Arnikaapotheke).

1878/79 Bau einer neuen Schule mit 4 Schulsälen, (heute Gemeindeverwaltung)
1892 erhält Floh einen Bahnanschluss.




1895 im Frühjahr brennen 8 Wohnhäuser im Unterdorf ab, am 2. Oktober brennen über 20 Häuser nieder.
1902 Feuersbrunst mit 40 eingeäscherten Häusern.
1903 nochmals eine Feuersbrunst mit 41 vernichteten Häusern, die Brandursache war in diesem Fall Brandstiftung.
1903 wird die 1. Druckwasserleitung gebaut,
1922 wird eine 2. Wasserversorgung mit Quelle auf dem Nesselhof gebaut.
Aus dem 1. Weltkrieg kehren Floher nicht zurück. Ihnen wir 1927 ein Denkmal errichtet.





1931 gibt es in Floh 205 Arbeitslose


1933 kommt Adolf Hitler an die Macht, in Floh wird Oskar Lucy Bürgermeister.


1945 zählt Floh 43 Gefallene und 20 Vermisste.


Nach den Amerikanern ziehen die Sowjets in Floh ein.


1947 letzte freie Wahlen – Floh erhält einen LDPD Bürgermeister.
6 Betriebe werden enteignet. 1954 werden LPG und PGH’s gegründet.
Im Jahre 1972 erfolgt die Verstaatlichung fast aller produzierenden Betriebe.

Am 7. Oktober 1974 wird auf den Auewiesen ein Sportplatz eingeweiht.
Bis 1977 erfolgt der Bau einer neuen Schule.

1992 bis 1996 Bildung der Gemeinde Floh-Seligenthal aus den Ortsteilen Struth-Helmershof, Schnellbach, Floh, Seligenthal, Hohleborn.
1992 Bau des Gewerbegebietes Floh.
1996 Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses.
Mit der Eingemeindung von Kleinschmalkalden am 01.02.2006 ist die Gemeindestruktur abgerundet.
Diese Chronologie von Floh enthält nur die wichtigsten Daten ihrer Entwicklung und ist daher nicht vollständig. Es wurden Aufzeichnungen von Lehrer Bach, Franz Jung und Archivalien des Stadt- und Kreisarchiv, Staatsarchiv Gotha sowie Staatsarchiv Marburg ebenso des Pfarrarchivs von Floh verwendet.

Zusammengestellt wurden die Daten von Ortschronist Rainer Erbe
Floh, den 11.01.2009

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